"Wo Scheimpflug wohnt"
 

1.
Experimentalfilm, 4:20 Min. (ca 50m), 16mm s/w, Magnetton oder Lichtton
Idee, Produktion, Ausführung: Christian Frisch, 1997.
   Uraufführung: 1. November 1997, HfG Offenbach, Förderpreis der deutschen Filmkritik für Experimentalfilm, Osnabrück 1998

2.
Zum Thema:
   Scheimpflug, Theodor, Photogrammeter, *Wien 7. 10. 1865, Vorderbrühl 22. 8. 1911, lieferte auf dem Gebiet der Photogrammetrie grundlegende Ideen zur Entzerrung, Doppelprojektion, Radialtriangulation (Aerotriangulation), fand die nach ihm benannte Schnittlinienbedingung zur perspektivischen Scharfabbildung geneigter Ebenen.
(aus: Brockhaus)

3.
Zur Aufnahmetechnik:
   "Wo Scheimpflug wohnt" ist ein in erster Line fotografischer Film: Aufnahmegerät für das Originalnegativ war eine mit 9x12er Planfilm bestückte Fachkamera mit der eine Unzahl von Fotos von Architekturen aufgenommen wurde.
Bewegung entstand durch die Aufnahme von Bildreihen, die die charakteristischen Manipulationsmöglichkeiten der Fachkamera einzelbild- und gradweise durchexerzieren und die anschließend auf auf Kinofilm kopiert wurden.
   
Hierbei entstand weitgehend der Bildschnitt, der seinen sich wiederholenden, auf- und abblendenden Charakter in der Tonmontage des Filmes wiederfindet. Anders als bei der Herstellung der Bilder, zu der nur die ältesten und ehrwürdigsten Verfahren der schwarzweißen Foto- und Kinematographie Anwendung fanden, wurde der Ton komplett digital aufgezeichnet und auf ProTools geschnitten.

4.
Das Ergebnis der Arbeit, die sich über Jahre hingezogen hat, ist meiner Meinung nach -und glücklicherweise- aber dennoch eines, das autonom ist von den Techniken, die zu seiner Erzeugung notwendig waren:
    "Wo Scheimpflug wohnt" erzeugt eine düstere Stimmung zwischen Architekturen, die den Blick deshalb bannen, weil sie Dinge tun, die man so von Häusern nicht gewohnt ist.
   "Die Ambivalenz der Architektur findet ihren Ausdruck in einer Motorik, die zwischen Bruatalität und Orgasmus vibriert." (AG der Filmjournalisten)


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